Wandlungsphase Erde
14. August bis 23. September
Nach dem Keymer-Elementkalender steht diese Zeit im Zeichen der Wandlungsphase Erde – der Phase der Mitte, der Verdauung und der Fürsorge. Die Ernte ist eingebracht, die Natur beginnt sich zu sammeln, und auch wir Menschen sind eingeladen, in dieser Zeit bei uns selbst anzukommen und uns zu nähren, bevor die kühlere Jahreszeit beginnt.
Zugeordnete Meridiane und Funktionskreise:
Der Wandlungsphase Erde sind der Magenmeridian und der Milzmeridian zugeordnet – gemeinsam verantwortlich für die Umwandlung von Nahrung in Energie, für den Stoffwechsel sowie für das Nervensystem und das Degenerationsgefäß.
Die Organuhr der Wandlungsphase Erde:
| Meridian | Maximalzeit | Minimalzeit |
|---|---|---|
| Magen | 7–9 Uhr | 19–21 Uhr |
| Milz | 9–11 Uhr | 21–23 Uhr |
In der Maximalzeit arbeitet der jeweilige Meridian mit voller Kraft – ein guter Moment, um ihn bewusst zu unterstützen (z. B. ein warmes Frühstück zwischen 7 und 9 Uhr für den Magen). In der Minimalzeit ist die Energie des Meridians eher zurückgezogen; diese Stunden eignen sich gut für Ruhe statt für schwere Mahlzeiten oder Anstrengung.
Was in dieser Zeit besonders wichtig ist:
- Regelmäßige, warme Mahlzeiten – die Milz liebt Wärme und Regelmäßigkeit, kalte oder rohe Speisen schwächen sie eher.
- Süße im natürlichen Sinn – milde, nährende Süße wie in Kürbis, Möhre oder Hirse stärkt das Erdelement, während stark verarbeiteter Zucker es eher belastet.
- Sorgen und Grübeln loslassen – der Wandlungsphase Erde zugeordnete Emotion ist das Sich-Sorgen; bewusste Momente der Ruhe und des Vertrauens tun in dieser Zeit besonders gut.
- Verlässlichkeit und Struktur im Alltag – feste Rhythmen (Mahlzeiten, Schlafenszeiten) unterstützen die Mitte.
- Bewusstes Frühstück zwischen 7 und 9 Uhr, um die Maximalzeit des Magens zu nutzen.
Möchten Sie mehr über Ihre eigene Konstitution in der Wandlungsphase Erde erfahren oder wie sich diese Zeit gezielt für Ihre Gesundheit nutzen lässt?
Gerne begleite ich Sie dabei in meiner Praxis.
Die Mitte als Fundament
In der Chinesischen Medizin gilt die Erde als das zentrale Element – die innere Mitte, aus der heraus alle anderen Funktionskreise versorgt werden. Ohne eine starke Mitte kann keine gute Verdauung stattfinden, und ohne gute Verdauung fehlt dem Körper die Grundlage, aus der er Qi und Blut überhaupt erst bilden kann.
Der Magen übernimmt in diesem Zusammenspiel das „Empfangen und Reifen“ der Nahrung, während die Milz – in ihrer TCM-Funktion eng mit der Bauchspeicheldrüse verbunden – für die „Transformation und den Transport“ zuständig ist: Sie wandelt das Aufgenommene in feinstoffliches Qi um und verteilt es im ganzen Körper.
Gerade in der heutigen Zeit erlebe ich in meiner Praxis häufig, dass viele Menschen zwar auf eine gute Versorgung mit Nährstoffen achten und zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel einnehmen – doch wenn die Mitte geschwächt ist, kann der Körper diese gar nicht richtig aufnehmen und verwerten.
Das Ergebnis: Trotz bester Absicht kommt beim Körper wenig davon an. Eine starke innere Mitte ist deshalb die eigentliche Voraussetzung dafür, dass Nährstoffe – ob aus der Nahrung oder aus Nahrungsergänzung – überhaupt wirksam werden können.
Was sind Qi und Blut?
In der Chinesischen Medizin bezeichnet man mit Qi die feine Lebensenergie, die unseren Körper durchströmt, ihn wärmt, bewegt und mit Kraft versorgt – vergleichbar mit dem Strom, der ein Haus mit Leben füllt.
Blut ist in diesem Verständnis mehr als nur die rote Flüssigkeit in unseren Adern: Es nährt, befeuchtet und verankert unseren Geist, unsere Gedanken und unseren Schlaf. Beide, Qi und Blut, werden maßgeblich aus der Nahrung gebildet – und genau hier kommt die Mitte ins Spiel:
Ist sie schwach, fehlt dem Körper der Rohstoff, aus dem Qi und Blut überhaupt entstehen können.
Wie Sie Ihre Mitte im Alltag stärken können
- Warme statt kalte oder rohe Kost – der Magen „kocht“ die Nahrung gewissermaßen vor; warme, gekochte Speisen erleichtern ihm diese Arbeit erheblich.
- Gründliches Kauen – bereits im Mund beginnt die Verdauung; wer hastig schlingt, überlässt der Mitte Arbeit, die sie eigentlich nicht mehr leisten kann.
- In Ruhe essen – Mahlzeiten zwischen Tür und Angel oder nebenbei am Bildschirm schwächen die Mitte, selbst wenn das Essen an sich gesund ist.
- Fester Rhythmus im Alltag – regelmäßige Essens- und Schlafenszeiten geben der Mitte Halt und Struktur.
- Zeitiges Schlafengehen – auch für das Nervensystem ist ausreichend und rechtzeitiger Schlaf essenziell, um sich wirklich zu regenerieren.
Die Wandlungsphase Erde in der Bioresonanz
In der vernetzten Testtechnik nach Keymer gehören zur Erde neben Magen und Milz auch das zentrale Nervensystem, das Gehirn und der Stoffwechsel – ein Hinweis darauf, wie eng Verdauung, Nervensystem und geistige Klarheit in dieser Phase miteinander verwoben sind.
Das Öffnungsloch: der Mund
Die Wandlungsphase Erde öffnet sich im Mund – er ist das Tor, über das wir Nahrung wie auch Sprache in die Welt bringen. Zustand und Empfindungen im Mundbereich können daher ein wertvoller Hinweis auf die Verfassung der Mitte sein. Auch unsere Stimme gibt einen Hinweis wie stark oder schwach unsere Mitte ist.
Der Geschmack Süß
Der Wandlungsphase Erde ist der Geschmack Süß zugeordnet. In seiner natürlichen, milden Form – wie in Getreide, Wurzelgemüse oder gekochtem Obst – stärkt Süßes die Mitte und versorgt sie sanft mit Energie.
Anders verhält es sich mit ausgeprägtem Verlangen nach Süßem: Häufiger Heißhunger auf Süßes ist in der Chinesischen Medizin oft ein Zeichen dafür, dass die innere Mitte bereits geschwächt ist und sich kurzfristig Energie „erbetteln“ möchte – ein Signal, der eigenen Mitte mehr Aufmerksamkeit zu schenken, statt es einfach zu stillen.
Eine Beobachtung aus meiner Praxis
Immer wieder begegnen mir Frauen, die viel Kraft und Aufmerksamkeit für andere Menschen aufbringen – für die Familie, den Beruf, das nahe Umfeld – und dabei die eigenen Bedürfnisse an zweite Stelle rücken.
Genau dieses Muster kann die Mitte auf Dauer erschöpfen: Erschöpfung und Schlafstörungen sind häufig die ersten spürbaren Zeichen dafür, dass die eigene Mitte wieder mehr Aufmerksamkeit braucht.
